Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
Eine Formel für den Sieg
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 02.02.2012
Filmbeschreibung
Sport ist eine Sache der Leidenschaften, und nicht immer der vornehmsten. Auch Baseball, einst der Lieblingssport der Amerikaner, ist stark mit Gefühlen belegt, aber nicht mit denen vom aggressiven Ende des Spektrums. Baseball, mit seinen ritualisierten Formen des Landgewinns, ist ein zivilisierter Sport. Er sucht nicht die direkte Härteerprobungskonfrontation wie Football, er bietet anders als Fußball und Basketball auch kaum Möglichkeiten zu körperlichen Fouls. Baseball ist, so seltsam das angesichts einer umsatzstarken Sportindustrie klingen mag, noch immer eine im Kern romantische Angelegenheit. Vielleicht verliert er gerade darum langsam, aber beständig Fans.
Das alles sollte man im Hinterkopf behalten, um den Sportfilm "Moneyball – Die Kunst zu gewinnen" nicht in jenem Gut-Böse-Muster wahrzunehmen, das Aaron Sorkins stark zugespitztes Drehbuch manchmal nahelegt. Der auf realen Ereignissen beim Team Oakland Athletics basierende Film schildert, wie junge Reformer gegen die alte Garde angehen, wie überkommene Muster, Rituale, Glaubenssätze abgeschafft und ganz neue Methoden eingeführt werden sollen.
Brad Pitt, der "Moneyball" auch produziert hat, spielt Billy Beane, den Manager der Oakland A’s, wie die Fans das Team abkürzen. Beane hat ein scheinbar unlösbares Problem. Sein Etat ist viel zu klein, um Spitzenspieler heuern oder halten zu können. Seine Talentscouts geben zwar ihr Bestes, um landesweit vielversprechenden, noch erschwinglichen Nachwuchs zu entdecken, aber die Scouts der anderen arbeiten nach den gleichen Kriterien, und so bekommen auch die auffälligsten der Neulinge lukrativere Angebote von reicheren Teams.
In dieser Klemme krempelt Beane den Auswahlprozess um. Er vertraut auf nüchterne mathematische Formeln, auf betriebswirtschaftliche Kalkulationen, auf eine computerisierte Effizienzauslese, die oft in krassem Missverhältnis zu Charisma, Eleganz und Grandezza eines Spielers steht. Beanes wichtigster Berater wird der dickliche junge Yale-Absolvent Peter Brand (Jonah Hill, der sich hier beeindruckend weit von seinen Blödelrollen entfernt), der nie selbst Baseball gespielt hat. Beanes Vertrauen auf scheinbare Niemande, auf vermeintlich Ausgebrannte und gänzlich Ruhmlose versetzt die Riege der alten Scouts und auch den Trainer (Philip Seymour Hoffman) in Rage.
"Moneyball" verzichtet auf die Klischees des Sportfilms und zeigt nur in knappsten Bildern das Geschehen auf dem Platz. Es geht ihm um die Konferenzen, Debatten, Kraftproben hinter den Kulissen. Souverän inszeniert und für sechs Oscars nominiert, feiert dieser im Jahr 2002 spielende Film die Reformfähigkeit vielleicht nicht nur des Sports. Man kann ihn aber auch ganz anders lesen, als Protokoll einer weiteren Niederlage der Romantik in einer Epoche eiskalter Kalkulation.
Das alles sollte man im Hinterkopf behalten, um den Sportfilm "Moneyball – Die Kunst zu gewinnen" nicht in jenem Gut-Böse-Muster wahrzunehmen, das Aaron Sorkins stark zugespitztes Drehbuch manchmal nahelegt. Der auf realen Ereignissen beim Team Oakland Athletics basierende Film schildert, wie junge Reformer gegen die alte Garde angehen, wie überkommene Muster, Rituale, Glaubenssätze abgeschafft und ganz neue Methoden eingeführt werden sollen.
Brad Pitt, der "Moneyball" auch produziert hat, spielt Billy Beane, den Manager der Oakland A’s, wie die Fans das Team abkürzen. Beane hat ein scheinbar unlösbares Problem. Sein Etat ist viel zu klein, um Spitzenspieler heuern oder halten zu können. Seine Talentscouts geben zwar ihr Bestes, um landesweit vielversprechenden, noch erschwinglichen Nachwuchs zu entdecken, aber die Scouts der anderen arbeiten nach den gleichen Kriterien, und so bekommen auch die auffälligsten der Neulinge lukrativere Angebote von reicheren Teams.
In dieser Klemme krempelt Beane den Auswahlprozess um. Er vertraut auf nüchterne mathematische Formeln, auf betriebswirtschaftliche Kalkulationen, auf eine computerisierte Effizienzauslese, die oft in krassem Missverhältnis zu Charisma, Eleganz und Grandezza eines Spielers steht. Beanes wichtigster Berater wird der dickliche junge Yale-Absolvent Peter Brand (Jonah Hill, der sich hier beeindruckend weit von seinen Blödelrollen entfernt), der nie selbst Baseball gespielt hat. Beanes Vertrauen auf scheinbare Niemande, auf vermeintlich Ausgebrannte und gänzlich Ruhmlose versetzt die Riege der alten Scouts und auch den Trainer (Philip Seymour Hoffman) in Rage.
"Moneyball" verzichtet auf die Klischees des Sportfilms und zeigt nur in knappsten Bildern das Geschehen auf dem Platz. Es geht ihm um die Konferenzen, Debatten, Kraftproben hinter den Kulissen. Souverän inszeniert und für sechs Oscars nominiert, feiert dieser im Jahr 2002 spielende Film die Reformfähigkeit vielleicht nicht nur des Sports. Man kann ihn aber auch ganz anders lesen, als Protokoll einer weiteren Niederlage der Romantik in einer Epoche eiskalter Kalkulation.
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