Kriegerin
Hass im Kopf, Hakenkreuz auf der Brust
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 19.01.2012
Filmbeschreibung
Damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen, trägt Marisa ein Hakenkreuztattoo auf dem Brustbein. "Nazibraut" steht auf ihrem T-Shirt zu lesen. Wenn Marisa im Supermarkt an der Kasse sitzt, werden Ausländer nicht bedient. Wenn ihre Clique die Passagiere im Nahverkehrszug terrorisiert, ist Marisa mit Herz bei der Sache. Man kann sagen, dass sie wie ein offenes Rasiermesser durchs Leben läuft. Woher kommt diese Wut?
Ganz zu Beginn von "Kriegerin" spricht Marisa aus dem Off zu uns: "Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen. Du, ich, Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, die zu blöd sind, ihren Hauptschulabschluss zu schaffen, Leute, denen ihr Land einfach scheißegal ist, denen egal ist, ob hier alles den Bach runtergeht. Aber mir ist es nicht egal. Ich liebe mein Land." Das ist höhnisch vorgebracht, wirkt aber schon etwas hilflos ironisch für eine "Kriegerin". So wird Marisa zärtlich und stolz vom Opa genannt, der sterbend im Krankenhaus liegt.
Eines Tages reagiert Marisa auf eine harmlose Provokation mit Wut und Gewalt. Zwei afghanische Asylanten treten daraufhin den Seitenspiegel von Marisas Auto ab. Sie verfolgt die Mofafahrer und kickt sie von der Straße. Am nächsten Tag entdeckt sie an der Unfallstelle Blutspuren im Gras. Ihr Großvater gibt ihr den Rat, man müsse für alles geradestehen. Folglich zieht Marisa in den Krieg gegen die Clique.
Der Regisseur David Wnendt hat für sein Spielfilmdebüt in der rechten Szene recherchiert, lange bevor der Name Beate Zschäpe kursierte. Insofern könnte "Kriegerin" aktueller nicht sein. Andererseits mochte sich Wnendt von den Ergebnissen seiner Recherche nicht trennen, so dass jetzt jedes Tattoo, jeder Nazirocksong, jede Gruppenszene ihre Bedeutung hat. Bedeutungsvoll raunend, steckt der Film doch voller Klischees.
Da sind die überforderten Eltern, die Nazigroßväter, die harten Skins, die schlucken müssen, wenn sie in alten NS-Propagandafilmen sehen, wie Schafe geschächtet werden. Natürlich wird jemand irgendwann sagen, er wolle den vielen Worten jetzt mal Taten folgen lassen. Aber von der kriminellen Rationalität des nationalsozialistischen Untergrunds sind diese Skinheads weit entfernt. Die ganze Naziideologie, das macht Marisas Läuterung ja deutlich, ist hier immer noch so etwas wie ein grippaler Infekt. Politisch ernst nehmen, so die untergründige Botschaft, braucht man das Ganze nicht.
Ganz zu Beginn von "Kriegerin" spricht Marisa aus dem Off zu uns: "Demokratie ist das Beste, was wir je auf deutschem Boden hatten. In einer Demokratie kann jeder mitbestimmen. Du, ich, Alkoholiker, Junkies, Kinderschänder, Neger, Leute, die zu blöd sind, ihren Hauptschulabschluss zu schaffen, Leute, denen ihr Land einfach scheißegal ist, denen egal ist, ob hier alles den Bach runtergeht. Aber mir ist es nicht egal. Ich liebe mein Land." Das ist höhnisch vorgebracht, wirkt aber schon etwas hilflos ironisch für eine "Kriegerin". So wird Marisa zärtlich und stolz vom Opa genannt, der sterbend im Krankenhaus liegt.
Eines Tages reagiert Marisa auf eine harmlose Provokation mit Wut und Gewalt. Zwei afghanische Asylanten treten daraufhin den Seitenspiegel von Marisas Auto ab. Sie verfolgt die Mofafahrer und kickt sie von der Straße. Am nächsten Tag entdeckt sie an der Unfallstelle Blutspuren im Gras. Ihr Großvater gibt ihr den Rat, man müsse für alles geradestehen. Folglich zieht Marisa in den Krieg gegen die Clique.
Der Regisseur David Wnendt hat für sein Spielfilmdebüt in der rechten Szene recherchiert, lange bevor der Name Beate Zschäpe kursierte. Insofern könnte "Kriegerin" aktueller nicht sein. Andererseits mochte sich Wnendt von den Ergebnissen seiner Recherche nicht trennen, so dass jetzt jedes Tattoo, jeder Nazirocksong, jede Gruppenszene ihre Bedeutung hat. Bedeutungsvoll raunend, steckt der Film doch voller Klischees.
Da sind die überforderten Eltern, die Nazigroßväter, die harten Skins, die schlucken müssen, wenn sie in alten NS-Propagandafilmen sehen, wie Schafe geschächtet werden. Natürlich wird jemand irgendwann sagen, er wolle den vielen Worten jetzt mal Taten folgen lassen. Aber von der kriminellen Rationalität des nationalsozialistischen Untergrunds sind diese Skinheads weit entfernt. Die ganze Naziideologie, das macht Marisas Läuterung ja deutlich, ist hier immer noch so etwas wie ein grippaler Infekt. Politisch ernst nehmen, so die untergründige Botschaft, braucht man das Ganze nicht.
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