Mini
Vier Türen und ein Allradantrieb
Von Theresa Juranek, veröffentlicht am 26.07.2010
Vier Türen und Allradantrieb, das gab es bei Mini noch nie. BMW rundet das Modellprogramm des Mini mit dem Countryman ab, der mit knapp4,10 Meter Länge beinahe in die Kompaktklasse aufsteigt.
Von mini kann bei diesem neuen Mini keine Rede sein, denn zum ersten Mal knackt ein Auto dieser Marke die Vier-Meter-Grenze. Ebenfalls neu sind beim Mini Countryman die vier Türen und der auf Wunsch erhältliche Allradantrieb. Das Mehr an Größe hat seinen Preis – auch äußerlich: Das neue Mitglied der Mini-Familie ist deutlich pummeliger als seine Brüder und mit 1,56 Meter vor allem ganze 14 Zentimeter höher.
Doch trotz seines Wachstums ist dieser Mini in vielerlei Hinsicht noch als solcher erkennbar. Kurze Überhänge, eine hohe Gürtellinie, sowie die großen, in die Motorhaube eingelassenen Scheinwerferaugen demonstrieren Familienzugehörigkeit. Die erhöhte Bodenfreiheit, eine hoch aufragende Schnauze und die breite Umrahmung im unteren Bereich der Karosserie weisen zudem darauf hin, dass sich der Countryman auch abseits asphaltierter Innenstadtstraßen durchschlagen kann. Seine hoch aufragende Schnauze verdankt er den Vorschriften zum Fußgängerschutz.
Der Innenraum überrascht mit heller, luftiger Atmosphäre und cleveren Lösungen. So stehen etwa im Fond zwei Einzelsitze zur Verfügung, die ähnlich dem Gestühl in der ersten Reihe um 13 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden können. Wer einen Fünfsitzer bevorzugt, erhält eine ebenfalls verstellbare Rückbank ohne Aufpreis. Zwischen den Sitzen erstreckt sich das so genannte Center Rail ("Mittelschiene"), ein variables Ablage- und Befestigungssystem. Es lässt sich unter anderem mit Mittelarmlehnen, Halterungen für Telekommunikationsgeräte, Becherhalter sowie einem Brillenetui bestücken.
Auch wenn der Fahrer seinen Sitz in eine passende Stellung gerückt hat, findet ein Erwachsener dahinter Platz – das war man von einem Mini bisher nicht gewohnt. Was bis dato als schickes Stadtwägelchen galt, wirbt nun als familientaugliches Fahrzeug um Kunden. Auch der Kofferraum verdient jetzt seinen Namen: Sind die Rücksitze komplett nach hinten geschoben, können 350 Liter verstaut werden – exakt das Maß des VW Golf, obwohl der ganze zehn Zentimeter länger ist. Verschiebt man die Fondsitze nach vorn, erhöht sich das Volumen auf 450 Liter, klappt man sie um, sorgt ein zweiter Ladeboden für eine ebene Ladefläche und für maximal 1170 Liter Rauminhalt bis unter Dach. Einziges Manko: Die Extrakosten für den Ladeboden belaufen sich auf rund 180 Euro.
Wie schon bei der Außenansicht haben sich die Designer gleichermaßen im Innenraum bemüht, den Charakter des Kultautos weitgehend zu erhalten. Runde Formen beherrschen den Fahrgastraum, der übergroße Tachometer findet sich auch beim Countryman in der Mittelkonsole wieder. Die Verarbeitung ist gut, der Kunststoff der Armaturentafel sowie des Handbremshebels wirken etwas bieder und wenig schick. Anders als bei den Geschwistern erlaubt die erhöhte Sitzposition einen guten Überblick über das Geschehen auf der Straße. Bemerkenswert: Die Fahrwerkstechniker haben erstmals bei einem Mini so etwas wie Komfort zustande gebracht, auch wenn Renate Fritz-Reymann, zuständig fürs Mini-Marketing, eifrig betont: "Wir haben darauf geachtet, dass dieses typische Go-Kart-Gefühl des Mini beim Countryman nicht verloren geht." Mini wäre nicht Mini, hätte man nicht auch beim Thema Schnickschnack Neues im Angebot. Ganzer Stolz der Münchner ist "Mini Connected", ein System, das unter anderem die Möglichkeit bietet, das Apple iPhone und andere Smartphones vollständig zu integrieren und Webradio zu hören. Ob man die 20000 zusätzlichen Sender tatsächlich braucht, ist eine andere Frage.
Zur Markteinführung stehen fünf Motoren zur Auswahl, drei Benziner und zwei Diesel. Das Leistungsspektrum reicht von 66 kW (90 PS) im Mini One D Countryman bis 135 kW (184 PS) im Mini Cooper S Countryman. Die Verbrauchswerte liegen bei 4,4 bis 6,7 Liter. Kostenpunkt für den großen Kleinen: Der Einstiegsbenziner schlägt mit 20200 Euro zu Buche. Der Allradantrieb All4 wird nur für den Cooper S Countryman sowie den Cooper D Countryman angeboten und kostet 1600 beziehungsweise 1700 Euro extra.
Das Auto Mini One Countryman
Die Fakten
Motor Vier-Zylinder-Benziner, 1598 cm3 Hubraum
Leistung 72 kW (98 PS) bei 6000 U/min
Maximales Drehmoment 153 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 173 km/h
Beschleunigung 0 bis 100 km/h 11,9 s
Elastizität 80 bis 120 km/h 13,9 s (im 4. Gang)
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessungen 4097 mm x 1789 mm x 1561 mm
Kofferraumvolumen 350 bis 1170 l
Tankinhalt 47 l
Leergewicht 1265 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1735 kg
Zuladung 480 kg
Reifen 205/60 R 16
Verbrauch lt. Hersteller 6,0 l Super
CO2-Ausstoß 139 g/km
Abgasnorm Euro 5
Grundpreis 20 200 Euro
Lob und Tadel
Die hohe Sitzposition bietet, anders als vom klassischen Mini gewohnt, einen sehr guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Die Fahrwerkstechniker haben Abschied von der knallharten Abstimmung genommen, die im Zeitalter elektronischer Fahrhilfen keinen Sicherheitsgewinn mehr bringt. Trotz seiner Größe und einiger Querfeldein-Optik ist der Countryman außen und innen noch als Mini erkennbar. Wer anstelle der zwei Fondsitze eine dreisitzige Rückbank bevorzugt, bekommt diese ohne Aufpreis. Der Einstiegspreis scheint verlockend, höhere Motorisierungen und Extras wie der durchaus sinnvolle zweite Ladeboden, treiben die Kosten aber schnell in die Höhe.
Bieder wirkende Plastikelemente passen nicht so recht ins Innere eines Wagens, der gezielt eine modebewusste Kundschaft anspricht. Bei einem Fahrzeug, das mit seiner Geländegängigkeit kokettiert, sollte der Allrad-Antrieb nicht nur für die Spitzenmotorisierungen erhältlich sein.
Von mini kann bei diesem neuen Mini keine Rede sein, denn zum ersten Mal knackt ein Auto dieser Marke die Vier-Meter-Grenze. Ebenfalls neu sind beim Mini Countryman die vier Türen und der auf Wunsch erhältliche Allradantrieb. Das Mehr an Größe hat seinen Preis – auch äußerlich: Das neue Mitglied der Mini-Familie ist deutlich pummeliger als seine Brüder und mit 1,56 Meter vor allem ganze 14 Zentimeter höher.
Doch trotz seines Wachstums ist dieser Mini in vielerlei Hinsicht noch als solcher erkennbar. Kurze Überhänge, eine hohe Gürtellinie, sowie die großen, in die Motorhaube eingelassenen Scheinwerferaugen demonstrieren Familienzugehörigkeit. Die erhöhte Bodenfreiheit, eine hoch aufragende Schnauze und die breite Umrahmung im unteren Bereich der Karosserie weisen zudem darauf hin, dass sich der Countryman auch abseits asphaltierter Innenstadtstraßen durchschlagen kann. Seine hoch aufragende Schnauze verdankt er den Vorschriften zum Fußgängerschutz.
Der Innenraum überrascht mit heller, luftiger Atmosphäre und cleveren Lösungen. So stehen etwa im Fond zwei Einzelsitze zur Verfügung, die ähnlich dem Gestühl in der ersten Reihe um 13 Zentimeter in Längsrichtung verschoben werden können. Wer einen Fünfsitzer bevorzugt, erhält eine ebenfalls verstellbare Rückbank ohne Aufpreis. Zwischen den Sitzen erstreckt sich das so genannte Center Rail ("Mittelschiene"), ein variables Ablage- und Befestigungssystem. Es lässt sich unter anderem mit Mittelarmlehnen, Halterungen für Telekommunikationsgeräte, Becherhalter sowie einem Brillenetui bestücken.
Auch wenn der Fahrer seinen Sitz in eine passende Stellung gerückt hat, findet ein Erwachsener dahinter Platz – das war man von einem Mini bisher nicht gewohnt. Was bis dato als schickes Stadtwägelchen galt, wirbt nun als familientaugliches Fahrzeug um Kunden. Auch der Kofferraum verdient jetzt seinen Namen: Sind die Rücksitze komplett nach hinten geschoben, können 350 Liter verstaut werden – exakt das Maß des VW Golf, obwohl der ganze zehn Zentimeter länger ist. Verschiebt man die Fondsitze nach vorn, erhöht sich das Volumen auf 450 Liter, klappt man sie um, sorgt ein zweiter Ladeboden für eine ebene Ladefläche und für maximal 1170 Liter Rauminhalt bis unter Dach. Einziges Manko: Die Extrakosten für den Ladeboden belaufen sich auf rund 180 Euro.
Wie schon bei der Außenansicht haben sich die Designer gleichermaßen im Innenraum bemüht, den Charakter des Kultautos weitgehend zu erhalten. Runde Formen beherrschen den Fahrgastraum, der übergroße Tachometer findet sich auch beim Countryman in der Mittelkonsole wieder. Die Verarbeitung ist gut, der Kunststoff der Armaturentafel sowie des Handbremshebels wirken etwas bieder und wenig schick. Anders als bei den Geschwistern erlaubt die erhöhte Sitzposition einen guten Überblick über das Geschehen auf der Straße. Bemerkenswert: Die Fahrwerkstechniker haben erstmals bei einem Mini so etwas wie Komfort zustande gebracht, auch wenn Renate Fritz-Reymann, zuständig fürs Mini-Marketing, eifrig betont: "Wir haben darauf geachtet, dass dieses typische Go-Kart-Gefühl des Mini beim Countryman nicht verloren geht." Mini wäre nicht Mini, hätte man nicht auch beim Thema Schnickschnack Neues im Angebot. Ganzer Stolz der Münchner ist "Mini Connected", ein System, das unter anderem die Möglichkeit bietet, das Apple iPhone und andere Smartphones vollständig zu integrieren und Webradio zu hören. Ob man die 20000 zusätzlichen Sender tatsächlich braucht, ist eine andere Frage.
Zur Markteinführung stehen fünf Motoren zur Auswahl, drei Benziner und zwei Diesel. Das Leistungsspektrum reicht von 66 kW (90 PS) im Mini One D Countryman bis 135 kW (184 PS) im Mini Cooper S Countryman. Die Verbrauchswerte liegen bei 4,4 bis 6,7 Liter. Kostenpunkt für den großen Kleinen: Der Einstiegsbenziner schlägt mit 20200 Euro zu Buche. Der Allradantrieb All4 wird nur für den Cooper S Countryman sowie den Cooper D Countryman angeboten und kostet 1600 beziehungsweise 1700 Euro extra.
Das Auto Mini One Countryman
Die Fakten
Motor Vier-Zylinder-Benziner, 1598 cm3 Hubraum
Leistung 72 kW (98 PS) bei 6000 U/min
Maximales Drehmoment 153 Nm bei 3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 173 km/h
Beschleunigung 0 bis 100 km/h 11,9 s
Elastizität 80 bis 120 km/h 13,9 s (im 4. Gang)
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessungen 4097 mm x 1789 mm x 1561 mm
Kofferraumvolumen 350 bis 1170 l
Tankinhalt 47 l
Leergewicht 1265 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1735 kg
Zuladung 480 kg
Reifen 205/60 R 16
Verbrauch lt. Hersteller 6,0 l Super
CO2-Ausstoß 139 g/km
Abgasnorm Euro 5
Grundpreis 20 200 Euro
Lob und Tadel
Die hohe Sitzposition bietet, anders als vom klassischen Mini gewohnt, einen sehr guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Die Fahrwerkstechniker haben Abschied von der knallharten Abstimmung genommen, die im Zeitalter elektronischer Fahrhilfen keinen Sicherheitsgewinn mehr bringt. Trotz seiner Größe und einiger Querfeldein-Optik ist der Countryman außen und innen noch als Mini erkennbar. Wer anstelle der zwei Fondsitze eine dreisitzige Rückbank bevorzugt, bekommt diese ohne Aufpreis. Der Einstiegspreis scheint verlockend, höhere Motorisierungen und Extras wie der durchaus sinnvolle zweite Ladeboden, treiben die Kosten aber schnell in die Höhe.
Bieder wirkende Plastikelemente passen nicht so recht ins Innere eines Wagens, der gezielt eine modebewusste Kundschaft anspricht. Bei einem Fahrzeug, das mit seiner Geländegängigkeit kokettiert, sollte der Allrad-Antrieb nicht nur für die Spitzenmotorisierungen erhältlich sein.
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